Ein Brief an den Padawan

Du bist nun schon über fünf Monate alt. Wahnsinn. Wo ist die Zeit nur hin? Du warst doch grad eben noch so mini!

Du drehst dich mittlerweile auf den Bauch und liebst es dann so liegen zu bleiben. Überhaupt bist du ein sehr zufriedenes Baby. Du hast die Ferien mit deinen großen Geschwistern so sehr genossen. Ständig sind sie um dich rumgewuselt, haben dich herum getragen, dich umgezogen, mit dir gespielt und dich im Kinderwagen geschoben – das war toll.

Du bist so entspannt. Wenn andere Babies um dich rum sind, schaust du dir sie an, lässt sie dich anfassen und lässt dir gern deine geliebte Knisterfolie wegnehmen. Und wenn mal eins der anderen Kinder weint, dann macht dir das überhaupt nichts aus. Du liegst einfach ganz gechillt rum.

Wenn du auf deiner Decke liegst, dann kannst du da entspannt mehrere Stunden liegen, ohne dass du Aufmerksamkeit brauchst. Manchmal wäre es mir lieber, du würdest mich vielleicht ein bisschen mehr brauchen, mehr Nähe, mehr kuscheln. Einfach mehr bei mir sein. Aber das ist okay. Du brauchst es derzeit nicht und zeigst mir mit deinem lächeln, dass das so schon in Ordnung ist. Dass ich mir keine Sorgen machen muss. Dass es dir gut geht.

Ich liebe es, wenn du lachst. Wenn man dich durch kitzeln zu einem quietschenden glucksen bringen kann, dass dann in fröhliches kreischen übergeht.

Essen findest du ekelig. Wir haben hier und da mal ein bisschen was ausprobiert. Banane, Brei und solche Sachen. Du probierst es gerne aus, scheinst experimentierfreudig zu sein. Aber dann wird ziemlich schnell ganz angewidert das Gesicht verzogen und du schiebst alles wieder aus dem Mund. Das ist ein ziemlich eindeutiges Zeichen, dass du noch nicht so weit bist.

Zur Zeit ziehst du dir unheimlich gerne Tücher, Decken und Kissen über das Gesicht. Beim schlafen brauchst du auch immer etwas im Gesicht, und wenn nichts da ist, arbeitest du dich im Bett so weit vor, dass du irgendwas in Griffweite hast. Du wickelst dich furchtbar gern in deiner Krabbeldecke ein. Manchmal muss ich dich dann suchen. Wenn ich dich finde, lachst und strahlst du über das ganze Gesicht. Du lachst so schön!

Wasser findest du fantastisch. Sobald du in der Badewanne bist, wird direkt los geplanscht. Wasser über den Kopf kippen? Kein Problem. Wasser im Gesicht? Findest du super. Selbst die Dusche im Schwimmbad genießt du in vollen Zügen. Wenn wir uns unter der Dusche drehen lachst du und freust dich, sobald du nass wirst. Schwimmen ist sowieso deine allerliebste Beschäftigung. Wenn es nach dir ginge, könnten wir das wahrscheinlich mehrmals die Woche machen.

Du bist mittlerweile so riesig geworden. Und schwer! Manchmal denke ich wirklich, dass mir der Arm abfällt. Wenn ich dich in der Trage trage, dann am liebsten auf dem Rücken. Es fehlt nicht mehr viel, dann passt du nicht mehr in die Wanne vom Kinderwagen. Entweder musst du also langsamer wachsen, oder bald sitzen lernen. Ich plädiere für ersteres. Du brauchst gar nicht so schnell groß werden. Lass mich die Minibabyzeit doch noch ein wenig genießen.

Ach Padawan, immer wenn du mich anlachst, scheint in meinem Herzen die Sonne noch ein bisschen heller.

Ich hab dich lieb!

Das Ding mit dem Stillen

In der Schwangerschaft habe ich mir keinerlei Gedanken über das Stillen gemacht. Ich war mir sicher, dass das funktioniert. Das alles problemlos klappern wird. Denn je mehr Gedanken man sich macht, desto unsicherer wird man innerlich. So war zumindest meine eigene Logik.

Denn jede Frau kann stillen, und wenn sie sagt “Nein, es klappte nicht“, dann liegt das in der Regel an der falschen Beratung und zu wenig Hilfe. Nie hätte ich gedacht, dass ich auch einmal zu diesen verzweifelten und völlig verunsicherten Müttern gehören würde. Schließlich ist es das dritte Stillkind – da kann mir doch eigentlich keiner was neues erzählen.

Denkste.

Durch den Umzug habe ich vor Ort keine Hebamme mehr gefunden, was mir nicht so viel ausgemacht hat, da es eben nicht das erste Kind war. Nach der Geburt wurde mir dann von Krankenhaus doch noch eine Hebamme vermittelt und ich dachte “Och ja, warum eigentlich nicht“. Ich werde hier sicher zu gegebener Zeit nochmal darauf eingehen – auf Twitter hat der ein oder andere sicherlich von dieser katastrophalen Frau mitbekommen.

Jedenfalls ging es so etwa vor vier Wochen los, dass der Padawan beim stillen schnell unruhig wurde und schimpfte. Ich habe mir da erst keinen Kopf gemacht, wird eine Phase, ein Schub oder ein schief sitzender Pups sein und morgen ist das wieder weg. War es aber nicht. Er trank eine Minute und fing dann an zu meckern. Nuckelte wie wild und fing dann an sich in Rage zu schreien. Ich begann wechselseitiges Stillen, also möglichst oft zwischen den Seiten wechseln. Ich habe alles an Stillpositionen ausprobiert, was mir einfiel. Ich versuchte mich zu entspannen. Nichts half. Der Padawan schimpfte beim stillen. Jedes Mal. So langsam schwirrte in meinem Kopf der Gedanke, dass er vielleicht nicht genug Milch bekam. Ich packte die Milchpumpe aus und begann zu pumpen. Sonst bekam ich 150ml immer ziemlich zügig zusammen. Diesmal waren es in 30 Minuten nur klägliche 10. Über den ganzen Tag brachte ich es auf 30. Ich redete mir ein, dass das ja nichts zu heißen hat. Aber ganz tief in mir schrillten Alarmglocken. Gut, die Hebamme wollte ja die Tage nochmal kommen. Ich nahm mir vor die zu fragen.

Sie schaute sich das Anlegen kurz an – das war alles okay. Sie schon das Gemecker auf Blähungen. Ich solle bloß nicht öfter wie alle drei Stunden anlegen, falls er öfter hunger hat Wasser anbieten. (NICHT MACHEN! Dies ist eine absolute Fehlinformation!!!! Immer anlegen!)

Ich dachte mir meinen Teil, denn ich wusste, dass es keine Blähungen waren. Ich wusste insgeheim, dass der Fehler irgendwo beim Stillen liegt. Dann der Schock: als wir den Padawan wogen hatte er in knapp einer Woche etwa 200 Gramm abgenommen. Ich geriet innerlich in Panik. Das Stillen MUSS doch klappen. Warum funktioniert das denn nicht? Wieso kann ich meinem Baby nicht geben, was es braucht?

Es war Freitag. Ich gab mir über das Wochenende Zeit von alleine irgendwie die Milchproduktion anzukurbeln. Ich besorgte alles an Stilltees, was ich finden konnte, kaufte Malzbier, Fasbrause und lauter Getränke denen eine milchbildende Wirkung nachgesagt wurde. Ich legte den Padawan so oft wie möglich an, pumpte zusätzlich.

Nichts wurde besser.

Montags telefonierte ich mit einer Stillberaterin der La Leche Liga. Wir sprachen vieles durch, ich war nervlich total am Ende. Ihre erste Aussage, nach meinen Schilderungen (Abnahme, nicht genügend Pipi Windeln und viel Schlaf) war: “Sie sollten unbedingt zufüttern“.

Uff, das saß. Ich brach in Tränen aus. Ich war am Boden zerstört. Wollte ich doch auf Teufel komm raus wenigstens eine schöne Stillbeziehung zum Padawan haben, wo doch alles andere einfach nicht so ist, wie es sein sollte. Jetzt wurde mir das also auch noch genommen. Wo ich das Stillen doch so sehr bräuchte, auch für die Bindung zwischen uns. Sie gab mir noch einige Ratschläge und Tipps an die Hand und wir verabredeten uns noch für den nächsten Tag.

Da ich absolut keine Ahnung hatte, was man zum zufüttern so braucht, welche Nahrung man nimmt und überhaupt, was ist denn wichtig – fragte ich auf Twitter und bekam ganz schnell viele hilfreiche Antworten. Wir fuhren also kurz darauf in den dm um das ganze Zeug zu kaufen. Vor dem Regal mit dem Milchpulver versuchte ich mich durch schimpfen und schlecht reden der ganzen scheiß künstlichen Babymilch von der nächsten Heulattacke abzulenken, die drohte mich mitten im Laden zu überrollen. Um ein halbes Vermögen leichter und immer noch unzufrieden, mit Selbstzweifeln kämpfend und völlig überfordert mit der Situation, machten wir uns auf den Weg nach Hause.

Der Gedanke, dass ich meinem Baby nicht das natürlichste auf der Welt geben kann, dass es nicht reicht, dass es nicht wächst – macht mich fertig und lässt mich das Vertrauen in meinen Körper verlieren. Mir schießen Studien von nicht gestillten Kindern in den Kopf, die eher zu Übergewicht neigen, die angeblich nicht so intelligent sind und überhaupt ist künstliche Milch furchtbar.

Das ist nun knapp zwei Wochen her. Ich kämpfe nach wie vor ums stillen – mal klappt es gut, mal nicht so gut. Wir sind im Teufelskreis des Zufütterns gefangen und ich habe keine Ahnung, wie wir da wieder raus kommen sollen. Ich habe mittlerweile so viel ausprobiert. Ich kann nicht mehr. Aber ich will auch nicht aufgeben. Ich will auf Teufel komm raus um diese Stillbeziehung kämpfen. Doch wahrscheinlich liegt genau hier der Hase begraben.

Ich bin es doch dem Padawan schuldig, dass ich kämpfe. Dass ich mich durchboxe. Für ihn. Für mich. Für uns.

Und so dreht der Teufelskreis munter seine Runden.

Wanddeko für Anfänger

In meiner Wohnung fehlen mir noch diverse Deko Elemente. Da ich ja nach wie vor Postcrossing liebe, wollte ich irgendwie eine Weltkarte aufhängen und das dann mit den Postkarten verbinden.

Aber wie bekommt man nun eine hübsche Weltkarte an die Wand? Eine die vielleicht nicht wie ein großes Poster aussieht?

Fündig wurde ich mal wieder beim Möbelschweden. Die haben tolle Tafelaufkleber namens Klätta im Sortiment. Ziemlich cool, weil die schön in der richtigen Form sind.

Direkt auf die Wand kleben wollte ich sie allerdings nicht. Worauf also? Zuerst dachte ich an Korn. Aber Korkplatten in der Größe, wie ich es gerne haben wollte, waren mir irgendwie doch zu teuer. Also habe ich im Baumarkt einfach eine die billigste Presspappe mitgenommen, die ich finden konnte. So eine mit glatter Oberfläche, die man auch als Schrankrückwand nimmt.

Zuhause habe ich dann die Sticker ausgepackt, ein wenig in Form geschnitten und dann ganz mutig aufgeklebt. Das war ein bisschen tricky, denn jeder Kontinent ist ein einzelner Aufkleber. Und da ich es so in etwa richtig haben wollte, habe ich viel hin und her schieben müssen. Erst habe ich mich gar nicht getraut, die Sticker endgültig anzubringen. Aber ich konnte mich dann doch überwinden. 🙂

Die Platte habe ich dann einfach mit Powerstrips an der Wand befestigt. Und schon ist die Weltkarte fertig. Juchu!

Jetzt müssen nur noch die Postkarten hübsch arrangiert werden.

Das Protokoll eines Heulkreisch-Tages

Gestern war ein schlimmer Tag. Ja, er war schlimm und ich war zwischenzeitlich so fertig, dass ich am liebsten irgendwas kaputt geschlagen hätte. Der Padawan hat stundenlang – wirklich STUNDEN lang – geweint. Und das war anstrengend. Sehr anstrengend.

Es ist ja nicht so, dass das Baby dann einfach weint und man es tröstet und dann ist alles wieder gut. Nö. Das wär ja auch zu einfach.
Irgendwann mittags so zwischen 12 und 13 Uhr fing der Padawan an zu weinen, was sich bald in fieses Schreien steigerte. [Ich hatte noch nichts gegessen, da der Padawan und ich lange schliefen.] Vielleicht kennt ihr das, wenn ein Baby so sehr weint, dass es vergisst Luft zu holen und man nur da steht und zu ihm sagt „Jetzt hol doch mal Luft! Vergiss das atmen nicht!“ – zum Glück verfalle ich da schon gar nicht mehr in Panik sondern bin da eigentlich recht cool.

Ich probierte ihn zu stillen. Das ging nur kurzzeitig – er meckerte, warf den Kopf hin und her, schrie, brüllte… das war es also nicht. Okay. Also versuchte ich es mit tragen, singen, schuckeln. Irgendwas. Bewegung hilft ja auch oft. Ich trug ihn also auf dem Arm, lief durch die Wohnung und sang oder summte irgendwelche Kinderlieder, die mir gerade in den Kopf kamen. Von „Kling Glöckchen“ über der „Kuckuck und der Esel“ bis hin zu „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ war wirklich alles dabei. Ich warf die Staubsauger App an.
Nichts half.

Mit jeder Minute wurde auch ich innerlich unruhiger, verkrampfter und wollte nur noch, dass er aufhört zu weinen. Und ja, das war der erste Zeitpunkt, an dem ich am liebsten irgendwas gegen die Wand geworfen hätte.

Dann – oho! – zog ich ihm einfach mal die Windel aus und siehe da, es war Ruhe. Die war allerdings nicht von Dauer. Nach 10 Minuten ging das heulkreischen wieder von vorne los. Seufz.

Also bereitete ich die Badewanne vor. Es war jetzt etwa 16 Uhr. Der Padawan badet unglaublich gerne und da warmes Wasser ja auch entspannt, war das ja vielleicht eine gute Idee. Zwischenzeitlich klagte ich auf Twitter mein Leid. [Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch immer nichts gegessen.] Das Baden klappte erstaunlicherweise richtig gut. Er plantschte mit den Füßen, spritzte mit Wasser und gluckste ein wenig vergnügt vor sich hin. Puh! Was eine Erleichterung. Nach dem Baden gab es eine Massage, frische Kleidung und dann wurde nochmal eine Runde gestillt und anschließend gekuschelt. Wunderbar. Aber auch nur bis hier hin. Denn kaum war er eingeschlafen, und ich stand auf, weil ich verflucht nochmal HUNGER hatte, fing er an zu weinen und steigerte sich binnen Sekunden erneut ins Heulkreischen. Vermutlich will er einfach nur Nähe. Ich schnappte mir eine Milchschnitte aus dem Kühlschrank und sprang wieder zum Padawan ins Bett.

Natürlich beruhigte er sich nicht.

Also kam er ins Tragetuch. Ich tanzte, wippte, und spazierte durch die Wohnung – nein, auch das war nicht gut. Er schrie und schrie und es kullerten dicke Tränen seine Wangen hinunter. Wieder stillen, kuscheln, pucken, festhalten. Nein… gar nichts ging.

Ein Kaffee, den ich mir vor Stunden gemacht hatte, war natürlich kalt. Ich klagte dem Padawan Papa mein Leid, aber aus der Ferne machen konnte der natürlich auch nichts. Ich war völlig am Ende und hätte mich am liebsten weinend ins Bett gelegt und mir die Decke über den Kopf gezogen. Der Padawan schrie einfach nur in einer Tour. Bauchmassage, Kümmelzäpfchen, Fliegergriff und der ganze Kram, der gegen Blähungen helfen soll, habe ich probiert. Aber es war alles nicht gut.

Langsam begann ich an mir zu zweifeln. Wieso verstehe ich denn mein Baby nicht? Wieso merke ich nicht, was er hat? Wieso kann ich ihn nicht beruhigen? Wie schlimm muss das bitte für ihn sein, dass ich ihm nicht helfe. Und so lagen wir zeitweise beide weinend im Bett. Ich weiß gar nicht, ob man diese Verzweiflung überhaupt in Worte fassen kann.

Irgendwann nach 21 Uhr kam dann der Padawan Papa, der bis dann gearbeitet hatte, vorbei. Da hatte der Padawan sich aber schon so langsam beruhigt und ich hatte das Gefühl, dass niemand mitbekommt, wie schlimm dieser Tag wirklich war. Aber ich hatte eine Ablösung, sodass ich endlich mal ein paar notwendige Dinge tun konnte. Ein Sofa aufbauen, das der Padawan Papa mitgebracht hatte. Aufräumen. Trinken. Etwas essen. Uff…

Als der Padawan nachts schlief, habe ich mich dann nochmal hingesetzt und ein wenig was für mich gemacht. Es wurde dann zwar nach 3 Uhr bis ich ins Bett kam, aber das war wirklich nötig. Ich musste einfach mal eine Stunde abschalten.

Und was war heute morgen? Da schlief der Padawan neben mir, als wäre nichts gewesen. Hachja…

Lieber Padawan #2

Das Jahr 2017 geht jetzt zu Ende und hätte mir jemand zu Beginn des Jahres erzählt, dass du beim nächsten Jahreswechsel da sein wirst, ich hätte ihn für völlig verrückt erklärt.

Du hast die ganze Welt für mich auf den Kopf gestellt. Und doch bin ich froh, dass du jetzt da bist und es dir gut geht. Auch wenn ich vielleicht nicht immer die freudestrahlende Mami bin, die sich kein größeres Glück vorstellen könnte – sei dir gewiss: ich hab dich mindestens genau so lieb.

Es ist wunderbar mit anzusehen, wie sich dein Feld der Wahrnehmung ständig verändert und erweitert. Wie du immer mehr lächelst und deine Geschwister mit deiner Niedlichkeit um den Finger wickelst.

Diese Woche hast du auch endlich deinen Opa kennen lernen können. Nur für uns ist er die weite Strecke aus dem Norden hier her gefahren. Wir hatten ein wunderschönes Weihnachten. Du hast zwar von dem ganzen leckeren Essen nichts mitbekommen und die Bescherung am 26. morgens hast du auch nahezu komplett verschlafen, aber die Lichter am Baum, die haben dir gefallen.

Wenn du am Tag viel erlebt hast, hast du nach wie vor abends deine Schreiminuten. Aber das ist in Ordnung. Wir kriegen das dann schon zusammen hin.

Ich wünsche uns beiden fürs neue Jahr viel Kraft, für alles, was da so auf uns zukommt. Außerdem wünsche ich uns Geduld. Ich brauche sicherlich das ein oder andere Mal eine große Portion Geduld mit dir. Aber vor allem brauchst auch du Geduld mit mir. Wenn ich mal wieder nicht verstehe, weshalb du weinst. Ich deine Bedürfnisse nicht richtig erkenne oder einfach auch mal falsch reagiere.

Das wichtige jedoch ist ja, dass ich da bin. Du bist niemals allein. Ich bin für dich da. Und ich höre dir zu. Egal ob du lachst, mich ausfragst, weinst, schimpfst oder wir streiten. Ich werde niemals aufhören dir zuzuhören.

Wir haben uns. Und das wird für 2018 erstmal das Wichtigste sein.

Ich hab dich lieb.

Deine Mama

Das Weihnachtsbaum Projekt #2

Ich habe euch ja erzählt, dass hier nun doch ein Baum steht.

Jetzt ist er zumindest nicht mehr ganz nackig. Ich habe ein paar Schlafphasen des Padawan genutzt und kleine Lichtschwerter und Mini Todessterne gebastelt.

In Kombination mit goldenen, silbernen und schwarzen Kugeln sieht das ziemlich gut aus.

Nur ein Topper für die Baumspitze fehlt mir noch. Falls jemand eine spontane Idee hat, gerne her damit. Ich habe ja noch zwei Tage Zeit bis zur finalen Fertigstellung.

The Padawan needs a Jedi // Der Padawan braucht einen Jedi [Das Patending]

Für den deutschen Text etwas scrollen <3

A godfather isn’t something you soley have if you have been baptised. Of course you search your candidates very carefully. Primarily they should be witnesses of the baptism, a helping hand in the religious education of the young one, etc… Best case scenario would be a person wich accompanys the child on his lifelong journey, just like another parent would. Someone to have fun with, someone you can tell a secret or ask for advice if you are not able or willing to go to Mommy or Daddy. So if you remove all this religious yada-yada, that sounds pretty much what I think of a godfather.

There’s just one small problem. Usually you look for someone you know, at best, someone you know for a long time, with a long lasting and steady friendship. Someone that shares one’s world view. Someone reliable with a sincere interest in the child. Only for presents, like on birthdays or christmas… that’s nothing you need a godfather for. A godfather does not neccessarily need to always be around. You can spend time with someone from the distance as well.

As I spoke to the father of the Padawan, I was once again harshly reminded, that there is simply no one in my social environment I would choose for such a delicate position since I don’t have any friends. But, we share the thought, that each one should choose a godfather, if only to be fair for each side of the tree. You know what I mean. Generally, this is correct. But what if there is no one to ask?

And yes! That would be it! A „real“ Skywalker for the Padawan. A „real“ Jedi. Particularly after „The Last Jedi“ it would be awesome to think of the new generation here, to give the young one as much old Jedi knowledge on his way as possible.

So: Hey Mr. Hamill? What do you say? Do you think you can squeeze the Padawan into you shedule to teach him a thing or two about the force? To teach him Jedi values and to show him to listen to his heart. Of course would it be the main job of the parents to teach him that, but a Jedi is always an enrichment for a Padawan. And as I tried to explain at the beginning, is my idea of a godfather someone outside the Family that can be like a grown up friend for a child. And who would be better suited for such a job than a Jedi Master?

(Please remember that we don’t share pictures of the young one online, but if Mr Hamill reads this and decides to write me a dircet message on twitter, I can show him a picture or two.)

Ein Pate ist nicht nur etwas, das man hat, wenn man getauft ist. Klar, sucht man dann ganz gezielt Menschen raus, die die Patenschaft für ein Kind übernehmen sollen. In erster Linie sollen diese Menschen Zeuge der Taufe, Hilfe bei der religiösen Erziehung etc. sein. Im besten Fall hat das Kind aber hier jemanden, der ihn sein Leben lang begleitet, einfach eine weitere erwachsene Bezugsperson, mit der man tolle Sachen erleben kann und der man sich vielleicht auch mal anvertrauen kann, wenn man nicht unbedingt zu Mama oder Papa rennen will. Wenn wir nun also diesen ganzen kirchlichen Heckmeck weg lassen, trifft das meine Vorstellung vom Paten ziemlich gut.

Jetzt haben wir allerdings ein kleines Problem. Man sucht ja in der Regel einen Menschen aus, zu dem man bestenfalls eine lange, etablierte und beständige Freundschaft hat. Jemanden, der so in etwa die gleiche Art der Weltanschauung hat. Jemanden, der zuverlässig ist und der eben auch interessiert am Kind ist. Nur für Geschenke an Weihnachten und zum Geburtstag – dafür braucht man keinen Paten. Ein Pate muss auch nicht zwangsläufig immer vor Ort sein. Zeit kann man sich auch aus der Ferne nehmen.

Als ich mit dem Papa vom Padawan über dieses Thema sprach, wurde mir leider schmerzlich bewusst, dass es in meinem Umfeld niemanden gibt, der in Frage kommt, dem Padawan ein Pate zu sein, da ich einfach keine Freunde habe. Trotzdem sind wir der Meinung, dass jeder einen Paten für den Padawan auswählen sollte, einfach wegen der Gleichberechtigung. Ihr versteht schon, wie ich das meine. Prinzipiell ist das ja auch richtig. Aber wenn man niemanden hat, den man fragen kann?

Und ja, genau das wäre es doch. Ein „echter“ Skywalker für den Padawan. Ein richtiger Jedi. Insbesondere nach „The last Jedi“ wäre es eine tolle Sache, hier an die neue Generation zu denken und dem Padawan möglichst viel altes Jedi Wissen weiterzugeben.

Hey Mr Hamill, wie siehts aus? Haben Sie da möglicherweise hier und da eine kleine Lücke in Ihrem Terminkalender um dem jungen Padawan ein wenig von Ihrem Skywalker Wissen mitzugeben? Jedi Werte zu vermitteln und ihn zu lehren auf sein Herz zu hören? Selbstverständlich ist das in erster Linie unsere Aufgabe als Eltern, aber ein Jedi ist eine Bereicherung für das Leben des Padawan. Und wie ich zu Beginn schon versucht habe zu erklären, ist eine weitere Person, die nicht in die Familie eingebunden ist, sondern eher „nur“ ein erwachsener guter Freund ist, für mich der Sinn einer Patenschaft. Und wer kann so was besser als ein Jedi?

Das Weihnachtsbaum Projekt

Eigentlich wollte ich keinen Baum. Viel lieber würde ich mit dem Padawan im nächsten Jahr einen Babyschwimmkurs oder sowas machen und das Geld vom Baum für die Kursgebühr zur Seite legen.

Nun stand am Wochenende der große Sohn vor mir und fragte traurig “Wieso hat eigentlich niemand einen Weihnachtsbaum?“

Bäm, das saß. Seither kreisten meine Gedanken um das Thema Baum. Und wie es der Zufall so will, waren gestern Abend im Discounter Nordmanntannen reduziert. Unter 8 Euro sollten sie kosten. Gut, das ist sicherlich finanziell besser machbar als 25€ aufwärts. Also kurzerhand umgeplant und einen Weihnachtsbaum mitgenommen.

Jetzt steht das gute Stück im Flur und die Last Minute Weihnachtsbaumschmuck Bastelei kann beginnen. Ich habe an Weihnachtsdeko nämlich so gar nichts da. Noch sind ja ein paar Tage Zeit…

Sehr gespannt bin ich auf die Augen vom großen Sohn, wenn er dann an Weihnachten hier ist und doch ein Baum da ist. Und wie der Padawan wohl gucken wird, wenn er die ganzen Lichter sieht.

Aber nun erstmal Brainstorming, Pinterest anwerfen und dann los basteln.

Lieber Padawan #1

Jetzt bist du schon sechs Wochen alt. Wo sind denn bitte die ganzen Wochen hin? Du bist so riesig und doch noch so winzig klein.

Wir haben eine anstrengende Woche hinter uns. Du hast das abendliche Schreien für dich entdeckt. Ich hoffe, dass du das schnell wieder vergisst und wir uns nicht allzu lange damit herumplagen müssen. Ich fühle mich nämlich sehr hilflos, wenn du so lange weinst und man dich mit nichts beruhigen kann.

Am letzten Montag hast du das erste Mal so richtig schön breit über das ganze Gesicht gelächelt. Allerdings mitten in das Gesicht der Hebamme. Ich hätte am liebsten geweint. Ich weiß, dass das keine Absicht von dir war. Übe einfach noch ein bisschen und dann lachen wir zusammen.

So viele Menschen verfolgen dich und was du machst auf Twitter, was schon irgendwie ziemlich unglaublich ist. Und einige Menschen haben besonders jetzt zur Weihnachtszeit an uns gedacht. Wenn du einmal größer bist, werde ich dir sicher davon erzählen. Jetzt bist du ja leider noch viel zu klein dafür.

Ich bin gespannt, wie du auf den Weihnachtsbaum mit seinen Lichtern reagieren wirst. Wie du den ganzen Trubel weg steckst und ob wir es schaffen der Hektik etwas zu entfliehen. Und doch bin ich noch ratlos, was für dich unter dem Baum liegen soll. Dass etwas für dich drunter liegen soll, ist mir, als ich die Geschenke für deine Geschwister besorgt habe, klar geworden. Es geht ja ums Prinzip, dass man den Menschen, die man gern hat, eine Freude machen möchte.

Ich hab dich gern.

Und damit hat sich die Frage selbst beantwortet. Es wird einfach nur etwas kleines sein. Du wirst das gar nicht merken. Aber es wird sicherlich Fotos geben. Und irgendwann wirst du dir diese Bilder anschauen und denken „Das war mein erstes Weihnachten.“

An meinem ersten Weihnachten stand übrigens ein großer Karton Pampers unter dem Baum.

Ein bisschen freue ich mich auf Weihnachten.

Deine Mama

Gedankenwirrwarr zur Weihnachtszeit

Da ist sie. Die Weihnachtszeit. Wir sind schon mitten drin.

Seit meiner Kindheit assoziiere ich mit der Adventszeit Plätzchen backen, Weihnachtslieder singen, den Duft von Schnee, Waffeln und heißem Kakao. Den Geruch von Tannenzweigen in der Wohnung, basteln und Geheimniskrämerei.

Mein liebstes Buch war immer “Mein 24. Dezember“ von Achim Bröger. Meine Mama hat mir das vorgelesen, da war ich noch im Kindergarten.

Jeden Tag gab es irgendeine tolle Sache, die gemacht wurde. Irgendwas. Ich weiß nicht, woran es lag, aber seit jeher zieht sich da ein Schleier von Magie durch den Dezember. Der Weihnachtszauber.

Mein Weihnachtszauber allerdings verlor vor zwei Jahren schlagartig seinen Glanz. Meine Mama, die mir von klein auf zeigte, wie schön Weihnachten ist, wie toll die Lichter, Musik und auch das Schenken sein können, die starb. Nicht völlig unerwartet, aber dennoch überraschend. Leider konnte der genaue Todeszeitpunkt nicht festgestellt werden. Es gibt nur einen Zeitraum, an dem ich mich orientieren kann.

Neben mir liegt der Padawan und es schleichen sich Gedanken in meinen Kopf, dass auch er höchstwahrscheinlich diesen Schmerz einmal erfahren wird. Das macht mir Angst. Ich muss versuchen diese Gedanken zu verscheuchen. Sie bringen niemandem etwas.

Ich habe vor den Feiertagen große Angst. Schon jetzt sehe ich ein Fest ohne Liebe. Aufgesetztes Lächeln, Geschenke, weil man das halt so macht und eine merkwürdige Stimmung. Es fühlt sich komisch an. Ich plane ein Weihnachtsessen, obwohl ich mich lieber mit einer riesengroßen Decke auf meinem nichtvorhandenen Sofa verkriechen würde um dort einfach nur Zeit vorm Fernseher zu verbringen.

Dem Padawan ist es schließlich herzlich egal, ob da ein Baum steht oder nicht. Eine Lichterkette kann ich auch einfach an den Schrank hängen. Hat für ein Baby wahrscheinlich den gleichen Effekt.

Dann die Sache mit den Geschenken. Die Frage, ob man dem Padawan was schenkt oder nicht. In der Theorie bekommt er es eh nicht mit. Andererseits wäre es aber auch blöd, wenn für alle anderen etwas unter dem Baum, wenn es denn einen gibt, liegt, für ihn aber nicht. Und dann wieder die Gedanken um die Notwendigkeit. Herrje. Wenn ich das Geld für Baum und Geschenke spare, ist das schon die halbe Kursgebühr für das Babyschwimmen. Schlimm genug, dass man sich als Alleinerziehende Gedanken darüber machen muss. Wo setzt man denn da Prioritäten? Vielleicht doch ein bisschen Weihnachtszauber versuchen zu schaffen? Oder muss ich dann Angst vor einem Trigger haben, der mich emotional dann total umhaut?

Es wäre so schön, wenn es irgendwie aufwärts gehen könnte. 2016 endete ja schon wirklich fies, 2017 war dann die reinste Hölle. Kann 2018 bitte besser werden?

Mama, du fehlst.