Padawan Gedanken

Der Padawan ist im Bauch ein sehr aktives Baby. Das war er schon die ganze Schwangerschaft über. Seit ich seine Bewegungen spüre, brauche ich mich einfach nur kurz auf den Rücken zu legen, den Bauch genau beobachten und schon nach wenigen Sekunden geht die Tanzstunde los.

Eigentlich haben wir zwei uns noch gar nicht kennen gelernt und doch kennen wir uns bereits ziemlich gut. Oder ich ihn zumindest. Ob er mich wohl auch kennt? Was mich natürlich zu der Frage bringt, was der Padawan von meiner aktuellen Gefühlslage mitbekommt. Welche Auswirkungen haben meine Ängste, meine Zweifel und meine Sorgen auf sein kleines Gemüt?

Bin ich nachher schuld, wenn er möglicherweise ein unzufriedenes Baby ist? Wenn er nicht viel lacht, nicht fröhlich ist? Ist es auf mich zurück zu führen, wenn er verzweifelt weint und sich nicht beruhigen lässt?

Die ganze Schwangerschaft über war es für mich nicht einfach. Die Konflikte und Auseinandersetzungen mit dem Padawan Papa, mit der Schwangerschaft an sich und die ganzen Veränderungen die dadurch entstanden sind. Der Umzug in eine fremde Stadt, ein anderes Bundesland – weg von dem kleinen Leben, das ich mir aufgebaut hatte.

Ich wollte immer gern mal schöne Babybauchfotos haben, ein Schwangerschaftstagebuch schreiben oder dass mir mal jemand den großen Kugelbauch anmalt. Aber es kam eben alles anders. Und so habe ich leider so gut wie keine positiven Erinnerungen an das schwanger sein. Einzig die Stupser vom Padawan, die anfangs zaghafte Kontaktaufnahme, die jetzt am Ende teilweise schmerzhaft ist – die werde ich vermissen. Aber sonst? Ich hätte es so gern alles anders gehabt.

Und dann immer dieses “Du wolltest das so. Du hast das so entschieden!“ – ja, das habe ich. Weil die andere Möglichkeit für mich überhaupt nicht tragbar gewesen wäre. Und eben weil der Padawan nichts für all das kann.

Und auch, wenn ich derzeit so sehr am Boden bin, eine wahnsinnige Angst vor der Zeit mit Minibaby habe und oft viel zu viel weine, so weiß ich dennoch, dass der Padawan spätestens mit seinem ersten Blick in mein Herz eingebrannt sein wird und ich versuchen will ihm die bestmöglichste Mama zu sein.

Ich habe nur Angst, dass ich das nicht schaffe.

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