Vielleicht schaffe ich das.

Kennt ihr das, wenn ihr denkt, es ist alles schlecht. Eure Gedanken kreisen immer nur um das negative in eurem Leben. Alles was schlecht läuft, was anders ist, als ihr es euch vorgestellt habt, all das seht ihr nur negativ.

Mir geht das so. In letzter Zeit merke ich ganz bewusst, dass ich nur mecker und mir nichts passt und ich von allem und jedem nur enttäuscht bin. Über diese Enttäuschung habe ich verlernt mich über die kleinen Dinge im Leben zu freuen. Da ich ja immer noch das große Ding vor Augen habe, das nicht so ist, wie ich es haben will.

Es fällt mir unglaublich schwer gewisse Umstände hinzunehmen und zu akzeptieren. Ich versuche mich mit Händen und Füßen gegen all das negative zu wehren und verschwende einfach so viel Energie an das Schlechte und an den Umstand, dass ich es als schlecht empfinde. Damit verletze und stresse ich mich selbst so sehr. Ich schaffe Erwartungen, die weder ich noch mein Umfeld erfüllen kann. Ich bin enttäuscht von Dingen, die ich erwarte und nicht bekomme – kann mich dann aber nicht über andere Dinge freuen, die ich vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte.

Ich habe vergessen wie das ist, wenn man sich freut.

In letzter Zeit weckt der Padawan mich morgens schon recht früh. Das ist okay, auch wenn ich dann natürlich extrem müde bin. Aber so ist das nun mal. Heute habe ich die Zeit mal ein bisschen anders genutzt als sonst. Ich habe mich mit einem Kaffee in die Küche gesetzt, aus dem Fenster geschaut und den Vögeln gelauscht. Draußen war noch gar nicht so viel los – es war so wunderbar ruhig. Eine wunderschöne Stille. Und es war so schön anzusehen, wie die Sonne immer weiter hervor kam (nachdem es geregnet hatte). Ich hätte mich ärgern können, dass ich wieder zu wenig geschlafen habe. Ich hätte schlechte Laune deswegen haben können. Hatte ich sonst auch immer. Heute nicht.

Heute habe ich mich hingesetzt und versucht aus meinem alten Muster auszubrechen. Heraus aus dem Frust, dass ich niemals ausschlafen kann. Aus der Wut, dass ich niemanden habe, der zu mir sagt „Hey, bleib liegen. Ich kümmer mich um den Padawan“. Aus der Angst, dass es niemals besser werden wird.

Und wisst ihr was? Es war gar nicht so schwierig. Und vor allem: es tat überhaupt nicht weh. Ich saß da, habe meinen Kaffee getrunken und der Padawan lag im Wohnzimmer rum und hat sich beschäftigt (das macht er so toll!). Irgendwann war er wieder müde und ich konnte dann noch ein bisschen ganz für mich sein.

Ich bin müde – klar. Aber hey, es gibt doch wirklich schlimmeres.

Und vielleicht schaffe ich es ja morgen schon das auf eine andere Situation anzuwenden.

Vielleicht bin ich dann nicht grummelig, wenn in der Spülmaschine mal wieder etwas nicht ganz sauber geworden ist. Vielleicht schaffe ich es dann nicht enttäuscht zu sein, wenn die Waage doch ein anderes Ergebnis anzeigt.
Vielleicht schaffe ich es auch mit mir selbst anders umzugehen. Nicht so streng zu mir zu sein.

Und vielleicht kann ich mich dann auch bald wieder über was ganz kleines freuen.

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