Der kleine FSK Guide

Die FSK ist ein Thema, das mir auf der Arbeit immer wieder begegnet. Diskussionen mit Eltern, warum das denn bindend ist. Es heißt doch „Freiwillige Selbstkontrolle„. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man freiwillig entscheidet, ob man sich dran hält oder eben nicht.
Wenn man dann aber seinen Job macht und eben das 5-jährige Kind nicht in einen Film, der FSK 6 ist, lässt, dann darf man sich gerne mal die übelsten Beleidigungen der Eltern anhören. Das Kind weint, weil die Eltern sich im Vorfeld nicht richtig informiert haben – aber laut den Eltern ist natürlich der Kinomitarbeiter schuld. So erklären die meisten das leider auch ihrem Kind. „Die Frau lässt uns nicht rein, die sagt du darfst den Film nicht sehen.“ Eltern machen schließlich keine Fehler oder geben diese vor ihren Kindern zu. Dass das menschlich ist und dazu gehört…tja.

Um das ganze Thema mal ein bisschen aufzudröseln, hier mal ein paar Erklärungen zur FSK.

Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft
Warum eigentlich freiwillig? Weil die Vorlage des Verleihs zur Prüfung freiwillig ist. Kein Film muss in Deutschland geprüft werden – wird er allerdings nicht geprüft, bekommt er pauschal keine Jugendfreigabe und ist somit in den meisten Kinos nicht zu sehen. Ein Kino überlegt natürlich mit welchem Film sie die meisten Besucher anlocken – da wird solch ein Film in der Regel nicht ins Programm genommen. Logisch, oder?
Wer sich mit dem Thema gerne näher auseinandersetzen möchte, bitte hier entlang.

Wenn ein Film die Freigabe ab 0 hat, dann darf ihn (theoretisch) jeder sehen.

Bitte beachtet aber, dass in der Regel erst Kinder ab 3 oder 4 Jahre Zugang zu Kinovorstellungen haben. In der jeweiligen Hausordnung ist das festgelegt. Sicher sind die Kinos hier sehr großzügig und lassen auch mal jüngere Kinder rein, aber überlegt euch bitte, ob ihr wirklich mit einem Kind, das noch im Kinderwagen sitzt oder einen Schnuller braucht ins Kino gehen wollt. Es ist dunkel, laut und die Eindrücke sind für ein Kleinkind wirklich extrem. Nicht jedes Kind kann das gut verarbeiten. Zumal viele Kinder in dem Alter auch noch gar nicht richtig still sitzen können und hier vielleicht andere Gäste durch ein herumrennendes oder kletterndes Kind gestört werden können. Hin und wieder gibt es aber extra Veranstaltungen für ganz Kleine. Mitmach Kino oder besonders kurze Filme – haltet einfach mal die Augen offen.

Die FSK 6 ist bindend. Niemand, der jünger ist als 6 Jahre darf diesen Film im Kino sehen. 
Auch nicht, wenn dein Kind nächste Woche 6 wird. Oder wenn es sowas doch auch zu Hause sieht. Verkauft ein Kinomitarbeiter dennoch Tickets mit dem Wissen, dass das Kind jünger als 6 ist, riskiert er damit seinen Job. Wer macht das schon?

Bei der Regelung ab 12 sieht das ganze schon etwas anders aus. Alleine dürfen Kinder ab einem Alter von 12 Jahren diesen Film sehen. 
Hier greift allerdings die Parental Guidance Regelung. Was heißt das? Ganz einfach. Ein Kind, dass mindestens 6 Jahre alt ist, darf diesen Film im Kino in Begleitung eines Erziehungsberechtigten (in der Regel Mama oder Papa) sehen. 
Nicht mit Oma, Opa, Bruder, Schwester, Tante oder Onkel. Es muss ein Erziehungsberechtigter sein. Normalerweise geht auch keine schriftliche Einverständniserklärung. Es wird davon ausgegangen, dass eben die Eltern das Kind am besten kennen und einschätzen können, wann es dem Kind möglicherweise zu viel wird. Das kann zu viel Action sein, zu laut oder eben auch zu gruselig. Dass man dann selbstverständlich zum Schutz des Kindes den Saal verlässt steht hoffentlich außer Frage.

Diesen Film dürfen Jugendliche ab einem Alter von 16 Jahren sehen. Niemand, der jünger ist. Auch nicht in Begleitung der Eltern. Selbst wenn der Vater der Weihnachtsmann wäre – nein! Gar nicht erst versuchen zu diskutieren. Einfach das nächste Mal im Vorfeld über die FSK informieren. Das erspart allen Beteiligten unnötigen Stress.

Niemand, der nicht volljährig ist, darf diesen Film sehen. Erklärt sich hoffentlich von selbst, dass es hier keine Ausnahmen gibt. Auch nicht, wenn Mami mit ins Kino geht. Nein!

Und ab welchem Alter kann mein Kind alleine ins Kino?
Nun, das kommt selbstverständlich aufs Kind an. In der Regel sagt man, dass das ab einem Alter von etwa 10 Jahren sehr gut funktioniert. Kinos werden gerne (insbesondere in der Weihnachtszeit) genutzt um Kinder zu „parken“, damit die Eltern was in der Stadt erledigen können.
Achtet darauf, dass euer Kind ein Handy dabei hat, damit es euch im Notfall anrufen kann. 
Wichtig ist allerdings, dass ihr hier auf die Uhrzeit achtet wegen des gesetzlich vorgeschriebenen Jugendschutzes. Genaues dazu könnt ihr hier nachlesen.
Im Groben heißt das aber:
Kinder bis einschließlich 13 Jahre bis 20 Uhr
Kinder bis einschließlich 15 Jahre bis 22 Uhr
Jugendliche ab 16 Jahre bis 0 Uhr
Hat euer Kind eine Begleitung dabei, die bereits volljährig ist, könnt ihr euch meistens auf der Seite des Kinos einen Muttizettel herunterladen, den ihr zuhause gemeinsam ausfüllt. Dann darf das Kind auch länger als vom Jugenschutz vorgegeben im Kino bleiben. (bitte zwei Mal ausfüllen! Eine Ausfertigung ans Kino, eine fürs Kind). Die FSK ist selbstverständlich trotzdem bindend.

Denkt doch zukünftig einfach dran euch im Vorfeld zu informieren, wenn ihr mit eurem Nachwuchs ins Kino gehen wollt. 

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