Ein Rockkonzert und Babyzeug – WiB #2

Dieses Wochenende wurde richtig abgerockt!
Aber lasst mich dafür mal etwas weiter ausholen. 
Ich wollte ja schon so lange unbedingt mal wieder auf ein Konzert. Am liebsten natürlich von den Toten Hosen, meiner Lieblingsband. Aber wie das mit Kindern nun mal so ist. Oder wenn einfach das Leben dazwischen spielt – man hat wichtigeres zu tun. In den letzten Jahren habe ich mich immer super geärgert, wenn mal wieder der Ticketvorverkauf einer Band an mir vorbei ging, die ich gerne live sehen wollte. So stand ich dann da ohne Karten und habe immer etwas bedröppelt aus der Wäsche geschaut.

Aber diesmal kam es anders. Ich wusste ja, dass die Hosen am Bostalsee spielen würden. Ein Ticket hatte ich mir allerdings nicht organisiert. Denn der Padawan war zum Vorverkaufsstart erst ein paar Tage alt. Und da ich nicht wusste, wie er so drauf sein würde, ob er einen Abend ohne Mama aushält, habe ich mir schweren Herzens kein Ticket gekauft. 

Vor ein paar Tagen, als das Konzert dann näher rückte, schrie etwas in mir „Du MUSST da hin!!!“ – also habe ich versucht über Twitter und Kleinanzeigen an ein oder zwei Karten zu kommen. Mein Budget war begrenzt, da ich den großen Sohn mitnehmen wollte. Teilweise wollten die Leute für eine Karte 60-80 Euro. Ja spinnen die denn? Offizieller Vorverkaufspreis waren so um die 53 Euro. 
Ich hatte ein paar Konversationen, bei denen ich fast Tickets gehabt hätte, aber dann konnte ich mal kurz nicht antworten und zack waren die Karten weg. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie sehr ich mich geärgert habe?

Also sortierte ich am Freitag weiter die Mini Klamöttchen des Padawan – am Sonntag sollte es nämlich auf einen Basar gehen. Dann schrieb mich jemand an. „Wie viel möchten Sie denn ausgeben?“ ich antwortete, erklärte kurz die Situation und nannte einen Preis. Die Dame schrieb zurück „Mh, nein, das kann ich eigentlich nicht machen. Tut mir leid.“
Ich hatte vollstes Verständnis, aber keine fünf Minuten später kam eine weitere Nachricht „Ich muss das besprechen. Der größte Gewinn wäre es für mich, wenn ich Ihrem Sohn damit eine Freude machen würde. Aber ich bin schwanger und wir brauchen das Geld. Ich melde mich“ Viel Hoffnung hatte ich nicht, doch ich schrieb ihr dann völlig spontan: „Also wenn ihr Babyklamotten braucht… ich könnte noch eine Kiste Babysachen drauf legen“, und blickte durch das Klamotten Chaos um mich herum.

Kurz darauf „Das wäre ja super! Okay, wir machen das!“ Dann musste ich schnell organisieren, wie wir die Karten abholen könnten, denn sie wohnten nicht unbedingt um die Ecke. Allerdings wäre es auf dem Weg zum Konzert nur ein kleiner Umweg gewesen. Aber es ging ja auch um die Padawan Betreuung (wobei ich da schon im Vorfeld gefragt hatte, ob das ggf funktionieren würde) und und und. Bei der Organisation musste ich dann feststellen, dass es vorne und hinten zeitlich alles nicht hinhaute, wenn wir die Karten vorher abholten. Verdammt! Sollen wir also wirklich nicht hin? So ein Mist. Ich war traurig, wütend und weinte.

Ich war kurz davor alles wieder abzusagen, da schrieb mir die Frau, dass sie die Karten auch gleich noch vorbei bringen würden. Konnte die hellsehen? Etwas mehr als eine Stunde später hielt ich zwei Tickets in der Hand. Wow! Die beiden sind extra eine Stunde gefahren, um mir die Karten zu bringen. Wo gibt es denn noch so viel Freundlichkeit? Man findet sie definitiv in diesem Internet.

Am nächsten Morgen schrieb sie mir und fragte, ob der große Sohn sich gefreut hätte und wünschte uns viel Spaß. Und den hatten wir definitiv.

Startklar – kurz danach ging es dann auch wirklich los. Der Sohn kam nach seinem Fußballspiel schnell mit dem Zug hergedüst und dann sind wir auch direkt weiter zum Bostalsee gefahren.

Wir mussten allerdings gefühlt erstmal um den halben See gehen. Der Weg nahm und nahm kein Ende. 

Aber dann waren wir endlich vorm Konzertgelände. Zum Glück! Der Sohn sagte noch, dass er ja schon mal mit uns auf einem Konzert war – haha, das war ein Stadtfest. Klar spielen die da auch Musik, aber so ein Rockkonzert ist ja nochmal ein ganz anderes Kaliber. 
Als er die Bühne sah, sagte er nur „WOW ist die riesig!“

Während die Vorbands spielten – Schmutzki, Triggerfinger und The Hives – bahnten wir uns unseren Weg nach vorne. Eigentlich wollte ich mit ihm eher hinten oder am Rand bleiben, da ich die Befürchtung hatte, dass er nicht genug sehen würde zwischen all den großen Menschen. Aber das Kind wollte mitten ins Getümmel „Ich bin doch wegen der Musik hier. Wenn ich was sehen will, schau ich mir einen Film an“ – so ein kluges Kind!

Es folgten schlaue Lieder wie „Den Mittelfinger zum Himmel – und fickt die AFD“ – So muss das! Das Kind muss politisch richtig gebildet werden. Da darf man den Mittelfinger zeigen, bei Schrei nach Liebe ganz laut Arschloch rufen und Nazis beschimpfen. Jawoll!

Wir standen dann ziemlich genau an der zweiten Absperrung. Das war super – das Kind konnte toll gucken, ich hatte Spaß und die Stimmung war mega.

Als die Hosen dann auch noch das Bayern Lied sangen, war der Sohn total happy und hat sogar mitgesungen. Hach! 

Zum Schluss standen wir quasi direkt neben der Konfetti Kanone. Es gab einen extrem lauten Knall und dann flog überall rotes und weißes Papier um uns herum.

Irgendwann gegen 1 Uhr lagen wir dann im Bett – völlig fertig, die Füße taten weh, dafür aber super zufrieden. Das war ein ganz toller Abend.

Ich hatte am nächsten Tag eine Email von der Ticketfrau im Kasten, die nochmal fragte, wie das Konzert war. Wir schrieben ein wenig hin und her – so super mega sympathisch! Hammer! Ich habe ihr noch ein paar Bilder geschickt, da sie ja wirklich gerne selbst gegangen wäre, aber wegen vorzeitigen Wehen leider nicht konnte.

Sonntags ging es dann auf den Kleiderbasar. Ich habe leider völlig vergessen Bilder zu machen.

Den Abend haben wir dann mit Essen vom Asiaten und Ready Player One ausklingen lassen.

Die Linkübersicht zu Wochenende in Bildern gibt es wieder bei Susanne.

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