Wie wir Weihnachten ohne Glauben feiern

Früher  gehörte für mich zu Weihnachten immer eine Krippe und natürlich an Heiligabend auch ein Gottesdienst mit dem Krippenspiel. Das restliche Jahr über hatte ich mit Kirche nichts am Hut. Warum auch? Ich glaube nicht an Gott und kann mich mit der Kirche überhaupt nicht identifizieren.

Als der Padawan im letzten Jahr geboren wurde, machten wir uns Gedanken darüber, wie wir ihn erziehen wollen. Denn auch wenn ich in erster Linie allein erziehend bin, so entscheiden wir solche Dinge doch gemeinsam und verfolgen die selbe Grundrichtung in der Erziehung. 
Schnell war klar, dass wir den Padawan in keine Religion stecken wollen. Wir wollten weg von dem heuchlerischen „Wir taufen, weil man das halt so macht“ oder „weil es nun mal dazu gehört“ – das ist nämlich in unseren Augen der völlig falsche Ansatz.  Und grundsätzlich haben wir keine sonderlich gute Meinung zur Kirche – mehr dazu vielleicht irgendwann mal, falls es jemanden interessiert.

Nun war es mir wichtig, dass auch Weihnachten nicht unter diesem heuchlerischen Aspekt gefeiert wird. Kirche ja, der Rest nein? Das kommt für mich so nun nicht mehr in Frage. Auch wenn das Aufstellen einer Weihnachtskrippe eine schöne Tradition ist, so kann ich für mich persönlich sagen, dass es okay ist, wenn wir das weg lassen. Denn mal ernsthaft – ich halte die Sache mit Jesus und Co. für ein Märchen wie von den Gebrüder Grimm, gehe eh nie in die Kirche und dann will ich eine Krippe aufstellen, weil es so schön kitschig ist und eben dazu gehört? Wirklich?

Aber warum „feiern“ wir denn überhaupt Weihnachten? Was macht das Fest für uns aus? Feiern wir wirklich den Geburtstag von jemandem, der in unseren Augen Inspiration für ein Märchenbuch war? Nein. Das habe ich noch nie gemacht. Es ging immer um das gemütliche Zusammensein der Familie. Und genau das ist Weihnachten für uns. Ein Familienfest. Eine ruhige Zeit, in der wir Beisammen sind und uns freuen, dass es uns gut geht. In der wir uns darauf besinnen, was Menschlichkeit ausmacht und eben Menschen, die wir gern haben, eine Freude machen.

Demnach werden wir wohl im nächsten Jahr, wenn der Padawan soweit ist, auch den Weihnachtsmann verbannen müssen. Mein kitschiges Ich weint bei dem Gedanken ein bisschen. 

Wegen dem Ganzen Weihnachtstüdelü gibt es hier übrigens seit diesem Jahr auch keinen Adventskranz mehr. Denn ich warte nicht auf die Ankunft von Jesus. Wieso sollte ich? Stattdessen habe ich einfach so schöne Kerzen aufgestellt.

Und ja, wir werden der Einfachheit halber bei dem Begriff „Weihnachten“ bleiben, denn der Padawan wird damit überall konfrontiert werden. Allerdings werden wir ihm erklären, was es für uns bedeutet. 
Wir wollen Bücher und Lieder mit christlichem Schwerpunkt weg lassen und einfach Wärme, Herzlichkeit und Menschen in den Mittelpunkt rücken.

So wie es eigentlich eh schon immer war. Nur, dass wir jetzt mutig genug sind, Dinge los zu lassen, hinter denen wir nicht stehen oder nie standen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine entspannte Zeit bis zu den Feiertagen.



Ein Kommentar

  1. Irgendwann kann ein Nachwuchs auch selber entscheiden wie und ob er der Sache anders entgegnet oder damit umgeht, als bisher vorgelebt. Auch das ist möglich. Euch eine gute Zeit weiterhin und niemand soll zu irgendwas gezwungen werden (erst recht nicht in der „Kirche“ – ob evangelisch, katholisch oder sonstiges..).

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